Ich geb es zu, ich bin ein Handarbeits-Masochist. Alles was auch nur den Anschein von immensen Aufwand erweckt, muss ich ausprobieren. Dinge, die man schnell machen kann wecken (leider) nicht so mein Interesse. Irgendetwas ist da wohl falsch geschalten in meinem Gehirn.
So auch bei dieser Krabbeldecke für unseren Nachwuchs. Das Patchwork-Muster an sich war diesmal wirklich nicht aufwändig. Die 4 Missouri Star Blöcke waren fix gemacht und auch schnell zu einem Top verbunden.
Danach wollte ich allerdings noch die Reste der Zuschnitte verarbeiten und so kam es, dass ich alle 2,5 * 2,5 Inch großen Stück zu langen Bahnen miteinander verbunden habe, diese bilden den Top-Rahmen.
Da ich immer noch Zuschnitte übrig hatte und ich die Rückseite aufgrund der Größe sowieso stückeln musste, habe ich den Rest der Zuschnitte noch in die Rückseite eingebaut.
Die eigentliche Wahnsinns-Arbeit bestand im quilten der Decke. Die Decke hat eine Gesamtabmessung von ca. 135 * 135cm, die einzelnen Puzzleteile sind zwischen 3,5 und 4,5cm groß. Wenn man es grob durchrechnet kommt man auf etwas über 1000 Puzzleteile, die ich auf der Decke platziert habe.
Hier nochmal ein etwas größerer Ausschnitt:
Und auch wenn ich es mit der Nähmaschine gequiltet habe, es hat doch einiges an Zeit gebraucht. Zum Abschluss habe ich dann noch aus dem Hintergrundstoff eine einfache Einfassung gemacht. Auch diese habe ich mit der Nähmaschine angenäht. Auf der Vorderseite dient ein doppelter Knopflochstich als Ziernaht zur Fixierung der Einfassung.
Und weil ich immer wieder mal gefragt werde, was ich für so eine Decke verlangen würde. Tja, so aus dem Bauch heraus wäre mir bei dieser 150€ eingefallen. Meist bekomme ich dann schockierte Blicke oder "na da kann ich mir ja im Geschäft 3 drum kaufen". Ich habe mal versucht für euch mitzuschreiben wie lange ich für die einzelnen Schritte bei dieser Decke gebraucht habe:
2 Stunden: Teile für das Patchworkmuster zuschneiden
4 Stunden: Missouri Star Blöcke nähen
1 Stunde: Einfassungen der Blöcke nähen
1 Stunde: Bügeln (ja auch Bügeln braucht Zeit!)
1 Stunde: bunte Streifen für die Rückseite zusammennähen
2 Stunden: Rückenseite zusammennähen
2 Stunden: Top, Füllung und Rückenteil verbinden, viele Sicherheitsnadeln wollen gesteckt werden.
18 Stunden: Quilten
3 Stunden: Einfassen (inkludiert das Zusammen nähen und bügeln der Einfassung)
Macht insgesamt 34 Stunden!
Wenn ich die 150€ auf die 34 Arbeitsstunden aufteile, bleibt ein Stundenlohn von nicht einmal 4,50€ übrig. Im Ernst, wer geht dafür schon arbeiten? Und da sind die Materialkosten noch nicht einmal inkludiert.
0,5m Baumwollstoff blau: 3€
0,5m Baumwollstoff gelb: 3€
0,5m Baumwollstoff orange: 3€
0,5m Baumwollstoff grün: 3€
2m Baumwollstoff natur: 12€
1 Spule Nähgarn: 3€
2 Spulen Quiltgarn: 6,50€
1 Packung Universalnadeln: 2,50
4m Volumenvlies: 26€
Material gesamt: 62€
Wenn ich diese 62€ von den 150€ abziehe, bleiben noch 88€ übrig und damit sinkt der Stundenlohn für diese Decke auf 2,58€. Nach einer normalen Preiskalkulation müsste ich also mindestens 186€ für diese Decke verlangen (3facher Materialpreis).
Vielleicht ist es für einige jetzt etwas mehr nachvollziehbar, wie Preise für handgefertigte Produkte zustande kommen. Und wenn euch ein Preis schockiert, dann fragt doch einmal nach dem Material- bzw. Zeitaufwand.
Also hoffentlich bis bald, nachdem jetzt eher kleinere Projekte anstehen. :)
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Sonntag, 29. Mai 2016
Dienstag, 5. Mai 2015
Ausstellung - der Countdown läuft!!! #1
So nur noch 3 1/2 Tage, dann ist es soweit. Meine ToDo Liste ist noch lange nicht abgearbeitet und ich bekomme schön langsam die Flatter ob ich es noch rechtzeitig schaffe.
Trotzdem möchte ich euch hier einige der Werke zeigen, die ich auch auf der Ausstellung präsentieren werde.
Heute kommen die Patchworkprojekte der letzten Wochen dran:
Ein Krug-/Topfuntersetzer aus vielen bunten Stoffresten und mit kleiner Schlaufe zum Aufhängen.
Zwei (eigentlich Drei, aber der Dritte hat sich beim Fotografieren im Schrank versteckt) Tischläufer. Ich mag die Dresden Plates sehr gerne und sie sind nur halb so kompliziert wie sie aussehen. Die Bindings für beide Tischdecken sind von vorne angenäht und hinten per Hand mit dem Peitschenstich fixiert.
Alle Patchworkprojekte sind von mir mit der Maschine gequiltet. Hier ein nach innen hin immer kleiner werdendes Muster aus meinem Kopf und Freihand genäht.
Dieser hier wurde mit einem schlichten "Cobblestone" (Kieselstein) Muster gequiltet, auch alles frei Auge.
Als nächstes gibt es eine kleine Tasche, passend für Hefte, Bücher oder sonstiges Kleinzeug das man mit sich herumträgt. Zwei kleine Innentaschen sorgen dafür dass man auch die kleinsten Teile wieder findet.
Und dann noch zwei große Shopper. Diese sind auch passend als Badetaschen - rechtzeit zu Beginn der Badesaison. Ich liebe die Prints der verwendeten Stoffe und würde mir wünschen, dass man in meiner Gegend leichter zu Patchwork Stoffpaketen kommt, die man sich auch wirklich anschauen kann. Per Internet ist es dann nicht immer so das Wahre.
Bei der Tasche mit dem violetten Innenfutter, habe ich auch einen der Ziersticher meiner Nähmaschine zum Quilten verwendet. Einfach aber es peppt das ganze sehr auf.
Trotzdem möchte ich euch hier einige der Werke zeigen, die ich auch auf der Ausstellung präsentieren werde.
Heute kommen die Patchworkprojekte der letzten Wochen dran:
Ein Krug-/Topfuntersetzer aus vielen bunten Stoffresten und mit kleiner Schlaufe zum Aufhängen.
Zwei (eigentlich Drei, aber der Dritte hat sich beim Fotografieren im Schrank versteckt) Tischläufer. Ich mag die Dresden Plates sehr gerne und sie sind nur halb so kompliziert wie sie aussehen. Die Bindings für beide Tischdecken sind von vorne angenäht und hinten per Hand mit dem Peitschenstich fixiert.
Alle Patchworkprojekte sind von mir mit der Maschine gequiltet. Hier ein nach innen hin immer kleiner werdendes Muster aus meinem Kopf und Freihand genäht.
Dieser hier wurde mit einem schlichten "Cobblestone" (Kieselstein) Muster gequiltet, auch alles frei Auge.
Als nächstes gibt es eine kleine Tasche, passend für Hefte, Bücher oder sonstiges Kleinzeug das man mit sich herumträgt. Zwei kleine Innentaschen sorgen dafür dass man auch die kleinsten Teile wieder findet.
Und dann noch zwei große Shopper. Diese sind auch passend als Badetaschen - rechtzeit zu Beginn der Badesaison. Ich liebe die Prints der verwendeten Stoffe und würde mir wünschen, dass man in meiner Gegend leichter zu Patchwork Stoffpaketen kommt, die man sich auch wirklich anschauen kann. Per Internet ist es dann nicht immer so das Wahre.
Bei der Tasche mit dem violetten Innenfutter, habe ich auch einen der Ziersticher meiner Nähmaschine zum Quilten verwendet. Einfach aber es peppt das ganze sehr auf.
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